Motoglobe

Nil, Tiere, Wasserfall - Murchison Falls Nationalpark

Nil, Tiere, Wasserfall – Murchison Falls Nationalpark

08.08.2025 routen >> afrika hautnah

Unsere sieben Sachen haben wir in kurzer Zeit gepackt und lassen uns danach reichlich Zeit für das leckere Frühstück auf der Open-Air Terrasse unserer Lodge.

 

Bei der Fahrt über den Kazinga Kanal bereiten sich auf der anderen Flussseite eine ganze Armada Fischer für den nächsten Fischfang vor. Da kein Verkehr herrscht, können wir anhalten und sie ein wenig bei ihrer Arbeit beobachten. Anschliessend durchqueren wir einmal mehr den Nationalpark auf der geteerten Durchfahrtsstrasse und halten bei der Parkgrenze beim Äquator Monument. Vor gut zwei Jahren stand ich in Ecuador ebenfalls am Äquator und hätte damals noch nicht gedacht, dass ich dies in Afrika ebenfalls erleben darf. Großartiges Gefühl.

 

Damit wir Fotos machen dürfen, müssen wir uns bei der Soldatin mit umgehängter Maschinenpistole in ihr dickes Buch eintragen. Dabei wird Diana gleich vom Fotografen einer Schulklasse als Modell engagiert und darf unzählige Male mit Schülerinnen und Schülern für eine Foto vor das Monument stehen. Ich unterhalte mit währenddessen mit einem Paar aus der jurassischen Schweiz. Sie haben sich vor uns im Buch eingetragen, weshalb ich gesehen haben, dass sie auch Schweizer sind.

 

Nachdem der Trouble mit der Schulklasse abgeklungen ist, können wir in Ruhe ein paar Fotos machen. Es dauert jedoch nicht lange, bis der nächste grosse Bus mit anderen Schülern ankommt. Wir verziehen uns daher frühzeitig.

 

Für die Strecke bis Fort Portal, wo wir heute übernachten werden, wählen wir eine Route durch das Gebiet der Kasenda Kraterseen. Dabei handelt es sich um 40 – 60 Kraterseen, die etwa vor 10’000 Jahren entstanden sind. Durch die Region führen einige Schotterpisten, von denen wir uns eine herausgesucht haben.

Schon nach ein paar hundert Meter sind wir froh, mit einem Jeep unterwegs zu sein. Steile ausgewaschene Abschnitte, wechseln sich mit steinigen, ruppigen Teilstücken ab. Von den Seen bekommen wir leider nicht allzu viel zu sehen, weil die dichte grüne Bepflanzung uns meistens die Sicht darauf versperrt. Bei der Lodge Top of the World werden wir schlussendlich mit einer schönen Aussicht auf drei Seen und die grüne Hügellandschaft belohnt. Die letzten paar hundert Meter hinauf zur Lodge legen wir zu Fuss zurück. Von der Schotterpiste aus ist für uns nicht einsehbar, ob wir die steile, teils feuchte Erdpiste hinauffahren können. Oben angekommen, bestellen wir uns einen Kaffee und bestaunen die Umgebung.

 

Zurück im Jeep kurven wir auf der Piste den Berg hinunter und gelangen auf die Teerstrasse nach Fort Portal. Wir steuern jedoch zuerst die Gegenrichtung an und gelangen nach ein paar Kilometern zum Kibale Nationalpark, wo grosse Gruppen von Schimpansen leben. Die Strasse führt, wie bereits im Queen Elisabeth Nationalpark mitten durch den Nationalpark, weshalb wir ein paar Kilometer in den Park hineinfahren. Wer weiss, vielleicht lassen sich ein paar Schimpansen blicken. Dem ist leider nicht so, weshalb wir uns irgendwann entscheiden, umzukehren.

 

In Fort Portal füllen wir als erstes unseren Dieseltank auf und legen einen Pausenstopp bei einem kleinen Café ein, wo wir einen Cappuccino bestellen. Unsere Unterkunft liegt etwas ausserhalb und ist über eine ruppige Piste erreichbar. Hier in Afrika etwas ganz Normales, bei uns in Europa würden niemals Gäste über eine solche Zufahrtsstrasse anreisen. Für wenig Geld bekommen wir ein kleines Apartment und zwei Stunden später ein Abendessen. Die als Beilage servierten Avocados stammen vom Hauseigenen Baum und schmecken frisch gepflückt super.

Klicke auf das jeweilige Bild für eine Bildvergrösserung und Beschreibung

Beim Planen unserer groben Route war schnell klar, dass die heutigen 300 km keine besonderen Highlights bieten würden. Gleich zu Beginn durchqueren wir zwar nochmals einen kleinen Teil des Kibale Nationalparks, gehen aber nicht davon aus, dass wir dort auf Schimpansen treffen werden. So ist es dann auch – außer einer Warntafel sehen wir nichts von unseren Artgenossen. Dafür zeigen sich einige Paviane am Straßenrand.

 

Die Landschaft bleibt auf der ganzen Strecke grün und bietet uns immer wieder schöne Ausblicke. Anfangs liegt noch Dunst in der Luft, später hellt es auf.

 

Verkehr gibt es zum Glück nur wenig, und die Straßenbedingungen bleiben gut, obwohl wir nicht mehr auf Hauptverkehrswegen unterwegs sind. Einzig die Bremsschwellen sind störend. Naht eine Ortschaft, tauchen diese Schwellen in Massen auf – teilweise gut sichtbar, manchmal erst, wenn das Auto heftig durchgeschüttelt wird. Die Höhe variiert stark, sodass eine Einschätzung für die richtige Geschwindigkeit beim Überfahren kaum möglich ist. Offiziell sind 50 km/h in den Ortschaften erlaubt. Hält man sich daran, riskiert man bei manchen Schwellen trotzdem einen Schaden.

 

Das bremst unsere Durchschnittsgeschwindigkeit erheblich, denn entlang der Straße folgt eine Ortschaft auf die nächste. Für die 300 km brauchen wir daher deutlich länger als gedacht. Und weil wir einen Tag voraus und bereits vier Tage am Stück im Auto unterwegs sind, legen wir morgen einen Ruhetag ein, bevor wir in den Murchison Falls Nationalpark fahren, der nur wenige Kilometer von unserer gebuchten Unterkunft entfernt liegt.

Durch einen Kontakt zu Overlandern, die seit längerem in Uganda leben, haben wir einige gute Tipps für unseren Besuch im Murchison Falls Nationalpark erhalten. Unter anderem für die Unterkunft, die mitten im Nationalpark liegt und die wir im Vorfeld für drei Nächte reserviert haben. Ohne diese Reservierung hätten wir hier wohl kaum noch einen Platz bekommen. Außerdem haben wir eine Bootstour gebucht, die uns auf dem Nil hinauf bis kurz vor den Wasserfall bringen wird.

 

Im Nationalpark gibt es auch ein Gebiet, in dem eine größere Population von Schimpansen lebt. Hier werden Touren zu einigen dieser Großfamilien angeboten – zu deutlich moderateren Preisen als im dafür berühmten Kibale-Nationalpark. Zu unserer Überraschung konnten wir vor vier Tagen noch eine Schimpansen-Trekkingtour für heute Morgen um 08:00 Uhr buchen. Zeitlich passt das perfekt, da wir nur 15 Minuten vom südlichen Eingangstor des Murchison Falls Nationalparks entfernt sind und sich das Dschungelgebiet mit den Schimpansen nur acht Kilometer von diesem Eingang befindet.

 

Als wir am Eintrittsgate ankommen, sind wir zum Glück die Einzigen. Mit etwas Geduld bekommen wir unsere Eintrittstickets für drei Tage sowie die Erlaubnis, mit dem Auto in den Park zu fahren. Hier profitieren wir erneut stark davon, dass der Land Cruiser in Uganda registriert ist – die Kosten für das Auto betragen lediglich 11 US-Dollar für den gesamten Zeitraum.

 

Nach zwanzig Minuten biegen wir auf einen kleinen Weg ab, wo wir von einer Schranke gestoppt werden. Nachdem wir uns im Kontrollbuch eingetragen haben, lässt uns der Security Gard durchfahren, und wir erreichen die Lodge, von der das Schimpansen-Trekking startet. Wir stehen hier mitten im dichten Dschungel und sind darauf vorbereitet, dass der Weg nicht immer einfach sein wird.

 

Kaum ausgestiegen, werden wir begrüßt und ins Büro zur Registrierung und Bezahlung geführt. Kurz darauf steht unser Guide vor uns und erklärt den Ablauf des Trekkings. Zu unserer Überraschung kommen keine weiteren Gäste hinzu.

 

Im Gegensatz zu den Berggorillas leben Schimpansen meist hoch oben in den Bäumen. Wir werden sie daher vermutlich nicht so gut zu Gesicht bekommen wie die Berggorillas – auch weil der Dschungel sehr dicht ist. Unser Guide bittet uns, keine Laute der Schimpansen nachzuahmen. Diese könnten von den Schimpansen falsch verstanden werden und zu Konflikten führen. Schimpansen sind zwar grundsätzlich friedlich, können aber auch aggressiv werden. Außerdem jagen sie teilweise Antilopen und andere Säugetiere – dabei gehen sie sehr systematisch und durchaus gewaltsam vor. Wen wundert’s, schließlich stimmt unsere DNA bis zu 99 % mit der ihren überein.

Schon auf den ersten Metern führt uns der Weg durch einen „Spinnenkorridor“ mit riesigen Netzen – wie in einem Dschungel-Gruselfilm. Der Guide berührt eines der Netze nur leicht, und schon rennen hunderte winzige Babyspinnen davon.

 

Die Pfade sind deutlich besser als erwartet, und wir laufen fast immer auf ebenem Gelände. Nach etwa 20 Minuten treffen wir auf eine andere kleine Gruppe, die einen Schimpansen in den Bäumen entdeckt hat. Wir müssen schon genau hinschauen, um ihn zwischen dem Blätterdach zu erkennen, obwohl er recht groß ist. Ab jetzt wechseln sich kurze Märsche durch den Dschungel mit Beobachtungsstopps ab. Dank der geschulten Augen unserer Guides – inzwischen sind es mehrere – entdecken wir immer wieder einzelne Schimpansen. Einmal entsteht plötzlich Unruhe in der Gruppe: lautes Geschrei hallt weit durch den Wald. Laut unserem Guide könnte das eine Botschaft an eine andere Schimpansen Gruppe sein, die sich dem Territorium nähert. Treffen sich zwei Gruppen bei der Futtersuche, kann es zu Kämpfen kommen, die manchmal tödlich enden. Innerhalb einer Gruppe dagegen bleibt es bei Rangeleien, ohne dass jemand zu Schaden kommt.

 

Nach drei Stunden sind wir zurück in der Lodge, verabschieden uns von unserem Guide und gönnen uns einen Cappuccino. Die Maschine hält, was sie verspricht – er schmeckt köstlich.

 

Zurück auf der Hauptstrecke durch den Nationalpark steuern wir das nächste Highlight an: den Murchison-Wasserfall. Hier stürzt der Weiße Nil durch eine enge Schlucht 43 Meter in die Tiefe – einer der stärksten Wasserfälle der Welt.

 

Der Besuch kostet leider weitere 10 US-Dollar, und weil wir auch die verschiedenen Aussichtspunkte sehen wollen, kommen noch einmal 5 US-Dollar für die Nutzung der Wanderwege hinzu. Die Geldmaschine läuft hier auf Hochtouren. Dafür werden wir mit spektakulären Ausblicken belohnt. Am letzten Aussichtspunkt, direkt neben der engen Schlucht, gibt es dann noch eine kostenlose Dusche – die feine Gischt des Wasserfalls, genau richtig in der Mittagshitze.

 

Zwei Stunden später erreichen wir das Red Chilli Camp, unsere Unterkunft für die nächsten drei Tage. Unser reservierter Bungalow mit Gemeinschaftsbad steht sofort bereit. Den restlichen Nachmittag verbringen wir entspannt im Schatten, bis es um 18:00 Uhr Abendessen gibt. Bevor wir ins Bett gehen, bestellen wir noch unser Frühstück für morgen – die Lodge ist flexibel, und wir können es so vorbestellen, dass wir es um 06:00 Uhr abholen und mit auf unsere erste Pirschfahrt in einem der Sektoren des Nationalparks nehmen können.

Nachts wachen wir irgendwann beide auf, weil wir Kaugeräusche hören. Beim Einchecken gestern wurde uns gesagt, dass nachts manchmal Nilpferde ins Camp kommen, um das leckere Gras zu fressen. Außerdem leben einige Warzenschweine in und um das Camp herum. Ob die Geräusche nun von einem Nilpferd oder den Warzenschweinen kommen, finden wir in dieser Nacht nicht heraus.

 

Wir lassen uns um 05:30 Uhr durch unsere Handyalarme wecken und machen uns für die morgendliche Pirschfahrt bereit. Bevor wir losfahren, holen wir das gestern bestellte Frühstück im Restaurant ab und nehmen einen frisch gebrühten Kaffee mit.

 

Seit ein paar Jahren gibt es eine Brücke über den Nil, um in den nördlichen Teil des Nationalparks zu gelangen, wo die meisten Tiere leben. Vorher gab es lediglich eine kleine Fähre. Weil die Regierung beschlossen hat, eine Mine im Nationalpark zu erschließen, wurde die Brücke gebaut. Wir überqueren sie im Halbdunkeln und Biegen nach etwa 10 Kilometern auf die Piste ab, die uns in die tierreiche Region des Parks bringt. Letzte Nacht gab es ein heftiges Gewitter, weshalb die Piste bei allen Steigungen recht rutschig ist – für den Land Cruiser jedoch kein Hindernis. Es dauert nicht lange, bis sich die ersten Tiere zeigen: Büffel, Kuhantilopen, die erste seltene Rothschild-Giraffe und verschiedene Vögel.

 

Alsbald biegen wir auf den ersten Weg ab, der über etliche Kilometer bis zum Ufer des Albert-Sees führt. Zehn Minuten später können wir unser Glück kaum fassen: Eine Gruppe junger Löwen taucht auf und vergnügt sich auf beiden Seiten der Piste. Einmalig, diese Tiere aus nächster Nähe beobachten zu können. Etwas später halten wir an einem geeigneten Ort und verköstigen unser mitgenommenes Frühstück im Land Cruiser. Wir sind gespannt, was der Tag noch alles für uns bereithält.

Je näher wir dem See kommen, desto sandiger wird die Piste. Auch hier zeigen sich die Qualitäten des Toyotas, und wir haben in keiner Sekunde das Gefühl, nicht durchzukommen. Einige Kilometer entfernt gibt es eine kleine Ranger Station, wo wir anhalten und aussteigen können. Die Tierwelt hält sich bis dahin in den Büschen und im Gestrüpp bedeckt, doch rund um die Ranger Station ist einiges los – darunter eine große Gruppe Nilpferde, die im seichten Wasser eine Auszeit nimmt.

Gegen Mittag wird es immer heißer, und wir machen uns auf den Weg zurück in die Lodge. Bevor wir uns etwas hinlegen, genehmigen wir uns einen Kaffee. Dabei werde ich von einem Angestellten aufgefordert, den Platz zu wechseln. Auf meine Frage, wieso, erwidert er lediglich: „Schlange.“ Ich stehe auf, schaue mich um und sehe gerade noch, wie eine grüne Schlange blitzschnell durch die Stühle saust und im Gebüsch verschwindet. Als ich den Mitarbeiter wieder ansehe, sagt er, sie sei nicht giftig und diese Art tauche öfter im Restaurant auf.

 

Gegen 16:00 Uhr machen wir uns erneut auf und erkunden einen weiteren Sektor im nördlichen Teil des Parks. Wir sind gespannt, ob wir auf dieser Fahrt Elefanten begegnen, die sich bislang vor uns versteckt hielten. Es dauert nicht lange, bis gleich eine ganze Gruppe der Dickhäuter vor uns und entlang der Straße steht und uns sowie zwei weiteren Autos den Weg versperrt. Wir bleiben in sicherem Abstand stehen und können die Gruppe über eine halbe Stunde lang beobachten. So lange dauert es, bis sich der letzte der grauen Riesen weit genug von der Straße entfernt hat, sodass wir problemlos weiterfahren können.

Anschließend hält sich die Tierwelt etwas zurück, dafür zeigt sich die Landschaft im abendlichen Licht von ihrer schönsten Seite. Und bei der Überfahrt über die Nilbrücke erleben wir einen großartigen Sonnenuntergang. Ein erlebnisreicher Tier Tag geht zu Ende.

Erneut werden wir in der Nacht von Kaugeräuschen geweckt und Diana erblickt dieses Mal im Dunkeln das Hinterteil eines Nilpferdes durch das Fenster. Da sind wir ganz froh darüber, dass wir jetzt nicht in einem Zelt schlafen – wie etliche andere Besucher des Camps.

 

Das Frühstück essen wir im Restaurant der Lodge. Anstatt auf eine erneute Pirschfahrt zu gehen, unternehmen wir heute Morgen eine Bootstour auf dem Nil bis hinauf zum Murchison-Wasserfall. Zum Bootssteg ist es nicht allzu weit und wir gehen den Weg zu Fuß.

 

Die Tickets haben wir zusammen mit der Buchung der Lodge über deren Webseite gekauft und können jetzt einfach ins kleine Boot einsteigen. Wir bekommen ganz vorne zwei Plätze und brausen alsbald mit zehn weiteren Besuchern an Bord los.

 

Nebst dem Wasserfall erhoffen wir uns natürlich auch die Sichtung weiterer Tiere entlang des Flussufers. Und wir werden nicht enttäuscht: Der Bootsführer lenkt das Boot von einem tierreichen Punkt zum nächsten auf der eineinhalbstündigen Fahrt bis zum Wasserfall. Der Fluss ist voll mit Nilpferden und Krokodilen, von denen einige eine beachtliche Größe haben. Vögel sind natürlich auch viele vertreten, und neben Büffeln und Antilopen zeigen sich uns auch ein paar Elefanten.

 

Bedingt durch die starke Strömung können wir uns dem Wasserfall lediglich auf ein paar Hundert Meter nähern. Dabei kommt das kleine Boot teilweise schon recht ins Schlingern. Der Blick auf den tosenden Wasserfall ist aus diesem Blickwinkel ebenfalls sehr eindrücklich. Die Rückfahrt ist dann mit der Strömung und deutlich weniger Tierstopps einiges kürzer.

 

Wie gestern legen wir über die Mittagszeit im Camp eine Siesta ein und entscheiden uns anschließend, nochmals auf Pirschfahrt zu gehen. Wir wählen den gleichen Weg wie gestern Abend, jedoch in umgekehrter Richtung. Wir sehen erneut etliche Tiere und werden am Schluss, bei der Rückfahrt, noch mit etwas Besonderem belohnt: ein auf dem Baum liegender Leopard. Selbst hätten wir ihn niemals entdeckt. Wir mussten jedoch wegen eines anderen Fahrzeugs auf der schmalen Piste stoppen. Der Guide des Autos zeigte dann mit dem Arm in die Richtung des Baumes mit dem Leoparden. Mit unserem Fernglas wurde er dann gut sichtbar. Was für ein grossartiger Abschluss unseres Besuches im Murchison Falls Nationalpark!

Unsere Nationalparktickets laufen heute um 07:50 Uhr ab – genau zu der Zeit, zu der wir vor drei Tagen eingereist sind. Würden wir später aus dem Park fahren, müssten wir Tickets für weitere 24 Stunden kaufen. Bei der Planung haben wir gesehen, dass in der Nähe der Lodge ein weiteres Ein- und Austrittstor zum Park liegt. Zehn Minuten vor Ablaufzeit verlassen wir dort den Park.

 

In nur sechs Tagen fliegt meine Reisepartnerin von Kigali zurück nach Zürich. Wir entschließen uns deshalb, die Rückreise zügig anzugehen – zumal wir aufgrund fehlender Alternativen die gleiche Route zurückfahren müssen, wie wir gekommen sind.

 

Unsere erste Übernachtung legen wir in Fort Portal in einem uns bereits bekannten Hotel ein. Von dort geht es weiter zum Queen-Elizabeth-Nationalpark, wo wir erneut kurz beim Äquator-Monument halten.

 

Wir folgen der Teerstraße durch den Nationalpark und biegen kurz nach der Lodge, in der wir vor ein paar Tagen übernachtet haben, auf eine Schotterpiste ab. Diese führt in den Teil des Parks, in dem es Löwen geben soll, die auf Bäume klettern. Laut aktuellen Informationen sind diese jedoch schon länger nicht mehr gesichtet worden. Dieser Abschnitt liegt nahe der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo, wo immer wieder Unruhen ausbrechen, die auch das Umfeld des Nationalparks beeinflussen. Gut möglich, dass sich die Löwen deshalb in einen anderen Teil des riesigen Gebietes verzogen haben.

 

Unser Ziel auf dieser Piste ist jedoch nicht dieser Abschnitt, sondern die Weiterfahrt durch den Bwindi-Nationalpark, in dem die Berggorillas Ugandas leben. Von dort wollen wir bis nach Kabale fahren – zu dem Hotel, in dem ich meine Dokumente vergessen habe.

 

Die gesamte Strecke umfasst etwa 180 Kilometer Schotterpiste, unterbrochen von einer Übernachtung. Da der Zustand der Piste schlechter ist, als erwartet und wir deutlich länger brauchen, entscheiden wir uns für einen kleinen Umweg über eine neu angelegte Teerstraße. In Kabale übernachten wir erneut im gleichen Hotel, und beim Einchecken bekomme ich tatsächlich meine vergessenen Ausweise zurück – das hat perfekt funktioniert.

 

Bevor wir am nächsten Tag über die Grenze nach Ruanda fahren, besuchen wir eine Fünf-Sterne-Lodge mit Aussichtsterrasse über den Bunyonyi-See. Die Piste dorthin ist in mehreren Abschnitten im Bau, was die Fahrt auf den steilen Anstiegen nicht angenehmer macht. Die großartige Aussicht entschädigt jedoch vollkommen für die Mühe. Für den Rückweg nach Kabale folgen wir dem Tipp des Security Gards der Lodge und nehmen eine andere Strecke. Sie ist tatsächlich in deutlich besserem Zustand, allerdings mit teils extremen Steigungen. Für unseren Jeep ist das jedoch kein Problem, und zurück auf der Teerstraße erreichen wir Kabale ohne Schwierigkeiten und fahren direkt weiter zur Grenze.

 

An der ruandischen Grenze wird wegen des Drohnenverbots das Gepäck aller Reisenden gescannt. Danach sind die Einreiseformalitäten für uns und die Papiere für den Land Cruiser schnell erledigt.

 

Zwei Stunden später erreichen wir Kigali. Unser erster Stopp ist eine Autowaschanlage, damit wir den Toyota am nächsten Tag sauber zurückgeben können. Anschließend finden wir unser gebuchtes Airbnb ohne langes Suchen.

 

In den nächsten zwei Tagen geben wir das Mietauto zurück, hole ich die Honda ab, erkunden Kigali wenige zu Fuß und besuchen das Genozid-Museum. Dann ist es so weit: Diana fliegt zurück nach Zürich und unsere gemeinsame Reise endet. Danke für die schöne und erlebnisreiche Zeit.

 

Ich bleibe noch zwei weitere Tage in Kigali, schreibe meinen Reisebericht und plane meine Weiterreise. Zwischendurch treffe ich mich mit einem anderen Motorradreisenden, den ich aus einer WhatsApp-Gruppe kenne.

Route und Downloads

Track & POI meiner Route

Die GPX Datei enthält den Track und die POI der Strecke „Nil, Tiere, Wasserfall – Murchison Falls Nationalpark“

Bild von Christian Feustle
Christian Feustle

Autor und Inhaber der Marke Motoglobe

Nach oben scrollen
Cookie Consent mit Real Cookie Banner